Monatsbericht September 2021_25MODELLBAUSTELLE ROHRSEN 1:8. FRÜHMORGENS NACH REGENSBURG. DAS WAR KNAPP! TEAM-OFFSITE AM TEGERNSEE. ZURÜCK INS RHEINLAND: 543 KM IN 7 STUNDEN. MERCEDES-BENZ ECO COACH.

Modellbaustelle Rohrsen 1:8

04.09.2021, Kilometer: 1.965.

Wer vor einigen Jahren bereits meine Langzeittest-Berichte zum BMW 320d touring gelesen hat, mag sich noch daran erinnern, daß ich im Dezember 2010 das voll funktionstüchtige RC-Modell eines Baggers im Maßstab 1:8 mit dem BMW transportiert habe. Diese Website hier bietet ja viele Einblicke in das Hobby Funktionsmodellbau, und auch wenn der Kettenbagger zwischenzeitlich einen neuen Besitzer gefunden hat, bin ich dem Hobby und auch dem Maßstab seitdem treu geblieben. Anfang September 2021 folge ich daher dem freundlichen Aufruf von Gerd Freiter, einem "Urgestein" der Funktionsmodellbau-Szene im Maßstab 1:8, um auf seinem Grundstück in Rohrsen gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Modellbaubegeisterter die ersten Schritte zur Entstehung eines Modelltruckparcours im Maßstab 1:8 zu tun: Ein Parcours, der soweit als möglich mit den Modellen selbst gebaut werden soll - das zeigt, wozu die Modelle fähig sind!

Die Anreise nach Rohrsen starte ich mit einem Ladestand (SoC) von 90% und lade unterwegs bei IONITY in Lippetal bis auf 80% nach, um mein Ziel auch sicher zu erreichen. In unmittelbarer Nähe unserer Modellbaustelle gibt es zwar keine öffentliche Ladestation, aber bei Gerd darf der EQC zumindest ein paar Kilowattstunden von der Haushaltssteckdose nuckeln - mit dem Juicebooster 2 reicht das über den Tag verteilt immerhin auch zu einer Erhöhung des SoC um 20%.

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Und währenddessen kommt mein MB Trac 1100 im Maßstab 1:8 zum Einsatz, der mit dem Anbau-Mähwerk des Fabrikats Claas ganze Arbeit leistet (der Link führt zu einem kurzen Video des Modells bei der Arbeit).

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Hier seht ihr mal auf einen Blick, welche Modelle wir an diesem Tag unter anderem im Einsatz hatten. Ein schöner Tag mit Gleichgesinnten war das!

05.09.2021, Kilometer: 2.617.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag lade ich dann an der öffentlich zugänglichen Ladesäule der Avacon in Eystrup - sie liegt nur wenige Meter von meinem Hotel entfernt - wieder bis zu einem SoC von 95% (!) auf, so daß die Rückfahrt anderntags gesichert ist. 

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Auch auf der sonntäglichen Rückfahrt lade ich jedoch noch zweimal nach - einmal bei Allego in Lauenau von 67-80% und dann noch einmal bei Allego in Lippetal (die Säulen stehen direkt neben denen von IONITY, wo ich am Vortag geladen habe) von 43-65%, so daß ich Sonntagabends mit einem SoC von 34% wieder im Rheinland ankomme. Dabei lerne ich, daß man bei Allego ganz genau hinschauen muß: Am selben Lader können die Ladepunkte 1 (links) und 2 (rechts) durchaus unterschiedliche Ladeleistungen aufweisen. Ich habe - nachdem ich das realisiert habe - tatsächlich nach Beginn der Ladung am schwächeren Ladepunkt die Ladung noch einmal unterbrochen und umgehängt, um keine unnötige Zeit mit "Ladeweile" zu verbringen ...

Frühmorgens nach Regensburg

07.09.2021, Kilometer: 3.139.

Am 07.09.2021 bin ich morgens schon sehr früh auf der Autobahn - ein Geschäftstermin fordert meine physische Anwesenheit in Bayern. Typischerweise versuche ich, die rund 530 km Distanz zwischen meinem Erstwohnsitz im Rheinland und meinem Zweitwohnsitz respektive meinem Arbeitsplatz in Bayern in 3 Etappen von rund 170-180 km, d.h. mit 2 Zwischenladungen von je rund 35 min. Dauer, zu schaffen. So hatte ich mir das mit dem unter e-Mobilisten recht beliebten und von mir auch bereits während unserer Schottland-Tour vor zwei Jahren intensiv genutzten ABetterRoutePlanner ausgerechnet und so klappt das auch meistens. Heute bedeutet das: Gegen 08:00 Uhr eine Ladung am E.ON-HPC auf der BAB 3 in Medenbach-West und gegen 09:30 Uhr eine weitere am IONITY-HPC in Haidt-Süd.

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Das war knapp!

12.09.2021, Kilometer: 4.348.

Nachdem ich übers Wochenende im Rheinland war, bin ich bereits am folgenden Sonntag wieder auf meiner "Pendelstrecke" unterwegs. Diesmal bin ich es jedoch etwas zu lässig angegangen: Statt mit rund 80% SoC nur mit 70% gestartet, reicht die Akkukapazität dann auch nicht bis Medenbach bei Wiesbaden, sondern ich muß bereits in Bad Camberg die BAB 3 verlassen und nachladen. Soweit, so gut - der von IONITY betriebene Standort ist zwar ganz gut ausgelastet, ich finde aber dennoch eine freie Säule und kann bei angenehmem Wetter den Akku wieder bis zu einem SoC von 80% aufladen.

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Weil zwischen Bad Camberg und Medenbach aber 55 km Fahrstrecke liegen und die mittlere Etappe auf meiner Tour gewissermaßen die "Hochgeschwindigkeitsetappe" darstellt, wird es an diesem Sonntagabend sehr knapp. Mein Ansinnen war, bis zum Autohof Geiselwind oder wenigstens bis zum IONITY-Standort in Haidt-Süd zu kommen (dieser liegt 19 km vor Geiselwind) - doch nachdem ich zwischen Aschaffenburg und Würzburg die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs von 180 km/h zur Genüge ausgeschöpft habe, reicht es heute nicht. Mit lediglich 27 km Restreichweite und einem SoC von 10% will mich das Navigationssystem des Mercedes bei Würzburg zu einer Ladestation in die Innenstadt schicken. Bereits auf dem Abbiegestreifen eingeordnet erkenne ich im letzten Moment, daß auch an der Raststätte Würzburg-Süd auf der BAB 3 eine Ladestation angezeigt wird - und diese steuere ich dann konsequenterweise auch an. Tatsächlich ist es ein einziger Triplecharger von E.ON mit 50 kW Spitzenleistung, der hier zur Verfügung steht und an dem sich an diesem Abend ein Tesla Model 3 an CCS und ein Kia e-Niro am Typ 2-Stecker den Lader teilen. 

Während ich noch überlege, was ich jetzt tun soll, gibt der Fahrer des Tesla den Ladeanschluß frei - Glück gehabt, ich schnappe ihn mir sofort und freue mich, als die ersten kWh in den Akku des EQC fließen. Doch schon wenig später taucht der nächste Aspirant auf - ein VW e-Up, dessen Fahrerin aus dem Altmühltal stammt, muss ebenfalls dringend seine Fahrbatterie aufladen. Ich signalisiere sofort, daß ich den Lader sehr schnell wieder freigeben werde - ich finde, das gebietet die Etikette - und führe noch ein kurzes, aber sehr nettes Gespräch mit den anderen e-Mobilisten, bevor ich mit einem SoC von 25% zum nächsten HPC aufbreche. Zum Glück reicht es dann sogar bis Geiselwind, wo ich mit einem SoC von 8% ankomme und bei einem vegetarischen Burger auf der anderen Straßenseite die Zeit des Abendbrots nutze, um bis auf beruhigende 90% Akkufüllstand für die Schlußetappe aufzuladen. Diese lege ich dann auch ganz entspannt zurück!

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Team-Offsite am Tegernsee

17.09.2021, Kilometer: 4.869.

In der Folgewoche steht - gemeinsam mit Kollegen, die im benachbarten Kreuth untergekommen sind - ein Teambuilding und eine thematische Neuorientierung auf dem Programm, welches wir am schönen Tegernsee durchführen. Am Vorabend lade ich den EQC an der REWAG-Säule in Bad Abbach noch einmal bis über 90% auf, während ich auf das Ergebnis meines Corona-Tests warte ... anderntags geht es dann zum Seminarhaus Tegernsee am gleichnamigen Gewässer.

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Am Tegernsee - im Seminarhaus des Bayernwerks - ist eine der beiden Ladesäulen kurzfristig komplett ausgefallen. Da wir die Anreise unter anderem mit 5 e-Autos durchgeführt haben, teilen wir uns also in den nächsten Tagen die zweite Ladesäule mit zwei Ladepunkten, für die aber insgesamt nur 11 kW Ladeleistung bereitstehen - pro Ladepunkt also nur 5,5 kW. Damit müssen ein e-Golf von 2017, eine Renault Zoe der ersten Generation, ein Tesla Model S, ein VW ID.3 und mein Mercedes-Benz EQC auskommen - das ist nicht ganz einfach. Da bis auf die Fahrerin des Tesla Model S alle Nutzer e-Auto-Novizen sind, betätige ich mich ein wenig als "Lademeister" und rangiere die Fahrzeuge morgens und abends so hin und her, dass wir für die Rückfahrt am Freitag möglichst alle wieder voll bekommen.

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Anderntags nutze ich außerdem die Gelegenheit und lade mein eigenes Fahrzeug in Kreuth an der Innogy-Ladesäule vor der Sparkassenfiliale wieder auf einen ausreichenden Ladestand auf. Nachdem auch der Tesla und der e-Golf dort geladen haben, sind auch die Batterien der übrigen Fahrzeuge wieder ausreichend gefüllt, um am Freitag die Rückreise antreten zu können.

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Zurück ins Rheinland: 543 km in 7 Stunden

18.09.2021, Kilometer: 5.412.

Das Team-Event war anstrengender als gedacht und ich habe mir eine Erkältung eingefangen - die Rückreise ins Rheinland setze ich daher erst am Samstag fort. Am frühen Morgen ist es wieder einmal der IONITY-Standort in Haidt-Nord, zu dem mich das Navigationssystem des Mercedes EQC für einen ersten Ladestop gelotst hat - ..

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.. doch wenig später muss ich die gewohnten Pfade aufgrund einer Vollsperrung der BAB 3 verlassen und finde mich kurzerhand auf der BAB 45 wieder. Der nächste Zwischenstop ergibt sich dadurch nicht im Großraum Wiesbaden, sondern an der Shell-Tankstelle in Florstadt, wo der Fahrstromanbieter interessanterweise nicht Shell (bzw. die von Shell übernommene NewMotion) ist, sondern ein HPC-Lader von EnBW steht. Kaum angeschlossen, erhalten der EQC und sein Fahrer dort Gesellschaft von einem Pärchen, das sich den Mustang Mach-E des örtlichen Ford-Händlers für das Wochenende ausgeliehen hat und jetzt zum ersten Mal versucht, so ein e-Auto zu laden. Gemeinsam schaffen wir es zum Glück relativ bald, mittels App die Ladung zu starten - die des EQC habe ich mittels RFID-Karte gestartet - und so kann ich die verbleibende Restladezeit dazu nutzen, im Lebensmittel-Fachmarkt auf der anderen Straßenseite ein spätes Frühstück einzunehmen.

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Mit dem üblichen Wochenendverkehr, kleineren Staus und der Umleitung wird es nach 13:00 Uhr, bis ich an der Raststätte Aggertal-Nord an der BAB 4 an einer weiteren EnBW-Säule schließlich den letzten Ladevorgang des Tages vor meiner Zielankunft im Rheinland starten kann. Auch hier bleibt wenig Ladeweile - ein Tesla Model S-Fahrer, der bei meiner Ankunft den zweiten Ladeanschluss belegt hat, verwickelt mich sofort in ein Gespräch und erkundigt sich über meine Erfahrungen mit dem EQC, den er "sehr schick" findet - so vergeht die Zeit wie im Flug. Nach 7 Stunden Gesamtfahrzeit reicht es dann aber gegen 14:30 Uhr auch und ich freue mich auf ein Restwochenende ohne weitere Autobahnkilometer!

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Mercedes-Benz Eco Coach

30.09.2021, Kilometer: 5.461.

Bereits bei der Fahrzeugübergabe habe ich mich mit der Expertin von Mercedes-Benz in Regensburg intensiv über die verfügbaren Apps zum EQC ausgetauscht. Neben der Mercedes me-App mit so praktischen Funktionen wie Ladestandsanzeige und Vorwahl des maximalen SoC, Vorklimatisierung und Reifendruckkontrolle über das Smartphone ist es insbesondere der Mercedes me Eco Coach, den ich mit einem gewissen Vergnügen regelmäßig nutze, um das Fahrzeug besser kennenzulernen und meine Fahrweise auf das Auto abzustimmen. Über sogenannte Challenges und eine Bewertung aller Aktivitäten (fahren - laden - parken) kann der Nutzer hier durch seine Fahrzeugnutzung ganz spielerisch Punkte sammeln und lernt so nebenbei, wie man ein e-Auto nach Meinung der Experten von Mercedes-Benz bewegen, laden und insbesondere dessen Akku im Stillstand pflegen sollte, um eine möglichst hohe Lebensdauer zu erreichen. Ich persönlich empfinde das als nette Spielerei und habe im September daher nicht nur den "Eco Fahrlehrer" (erreiche bei 15 Fahrten einen Drive Score über 75%) geschafft, sondern mich unter anderem an den Team Challenges "Sparsam in den Herbst" (fahrt zusammen 10.000 Mal mit einem Drive Score über 90% - 493 Teilnehmer) und "Komm und schnapp sie dir!" (entdeckt gemeinsam 10.000 verschiedene Ladestationen - 3.967 Teilnehmer) beteiligt. Aufgrund meines eigenen Beitrags von 15 Ladestationen fand ich es allerdings umso bedauerlicher, daß bei letzterer das Ziel nur zu 95% erreicht wurde und die Challenge damit verloren ging. Wenn es fast 4.000 Fahrzeugnutzer in 24 Kalendertagen nicht schaffen, an 10.000 verschiedenen Ladestationen zu laden, belegt das aber auch: Neben der Ladung am Arbeitsplatz und zuhause (2 Ladestationen) benötigen nur wenige Fahrer ständig den Zugang zu anderen Ladepunkten - hier findet tatsächlich der Großteil aller Ladevorgänge statt. Anders kann ich mir das Ergebnis jedenfalls nicht erklären ...

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Zusammenfassung

Nach anderthalb Monaten mit dem EQC steht der Kilometerzähler bereits bei über 5.000. Das zeigt nach meiner Meinung sehr deutlich, daß man mit einem e-Auto - auch, wenn es sich nicht um einen Tesla handelt - sehr wohl auch längere Strecken komfortabel und schnell zurücklegen kann und bereits heute der Wechsel von gas-, benzin- oder dieselgetriebenen Fahrzeugen zu solchen mit alternativen Antrieben auch für Langstreckenfahrer möglich ist.

Gleichzeitig muß ich aber auch attestieren, daß man bereit sein muß, die eine oder andere Veränderung seines Nutzungsverhaltens vorzunehmen. Die gut 530 km vom Rheinland nach Regensburg kann ich nun eben nicht mehr in einem Rutsch fahren und muß für die Distanz auch zwei Stops á 35 min. einkalkulieren. Ist das ein Verlust an Lebenszeit? Nein - ich nutze sie nur anders. Wenn ich zu einem bestimmten Zeitpunkt an meinem Ziel ankommen muß, muß ich nun eben rund 1 Stunde früher losfahren - ja, das ist zweifellos eine Einschränkung. "Ladeweile" habe ich aber noch kaum gehabt - regelmäßig ergeben sich interessante Gespräche unter e-Mobilisten oder mit Menschen, die das demnächst vielleicht auch werden wollen, und dazu schreibe ich ja schließlich auch diesen Langzeittest: Um anderen Menschen zu zeigen, daß die persönliche Energiewende schon heute gelingen kann! Und falls doch einmal die Zeit an der Ladesäule ohne externe "Störung" verläuft, habe ich mein Tablet in Griffweite, auf dem noch so viele Ausgaben meines bevorzugten Wirtschaftsmagazins ungelesen auf mich warten, daß ich etliche Ladepausen damit füllen könnte. In diesem Sinne freue ich mich auf die nächsten Kilometer mit dem EQC und darüber, wenn Euch das Lesen dieser Beiträge ein wenig Freude bereitet hat. Solltet Ihr mich mal persönlich an der Ladesäule treffen, dann sprecht mich gerne an - ich freue mich drauf!

Probleme: Keine
Der aktuelle Durchschnittsverbrauch über die gesamte Laufleistung liegt bei Spritmonitor.de 
(Link führt zu den Details bei Spritmonitor)

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